Altenpflegerinnen erkranken überdurchschnittlich häufig an Burnout. Da es sich bei Burnout um eine überwiegend psychische Erkrankung handelt, leistet die Kunsttherapie bereits in der Prophylaxe gute Dienste. Auf diesem Hintergrund arbeiteten Meryem Aydin (eine Absolventin der Berufsfachschule für Altenpflege Esslingen) und Stephanie Hackl (beide studieren zurzeit Kunsttherapie an der HfWU Nürtingen-Geislingen) im Dezember 2016 zwei Wochen mit Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres.
Plastisch und malerisch erforschten die Auszubildenden Themen wie die eigene Berufsmotivation, Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag und die zur Verfügung stehenden eigenen Ressourcen. Ergänzt wurde dieser künstlerische Ansatz durch theoretische Aspekte (Helfersyndrom, persönliche Gesundheitsfürsorge sowie dem Krankheitsbild Burnout).
In einer zweiten Phase standen Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen im Vordergrund, die Auszubildenden ließen innere Bilder entstehen und tauschten sich mit erstaunlicher Offenheit über das Erlebte aus.
Den Abschluss des Projekts bildete die Gestaltung von „Körperbildern“. In kleinen Gruppen besannen sich die Auszubildenden auf eigene Kompetenzen und Stärken anhand der Fragestellung: „Was macht eine gute Altenpflegerin aus?“ Die Ergebnisse flossen in lebensgroße Bildnisse ein, die im benachbarten Pflegestift ausgestellt wurden.
Die Auszubildenden lobten das Projekt wegen seiner Nähe zur Praxis und der offenen Unterrichtsform. Bleibt zu hoffen, dass es auch im Pflegealltag nachhaltig wirkt.
Das Projekt wird aufgrund seines Erfolgs inzwischen regelmäßig am Anfang der Altenpflegeausbildung der Berufsfachschule für Altenpflege Esslingen angeboten.
IMG 6608

IMG 6719