Stuttgart. Im Oktober startete das auf fünf Jahre angelegte und von der Robert Bosch Stiftung geförderte Pilotprojekt „DeMigranz - Bundesweite Initiative Demenz und Migration“. In der ersten Projektphase sind Schleswig-Holstein, Saarland und Baden-Württemberg beteiligt. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituation von dementiell erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund. Mit dem Projekt soll eine bundesweite Initiative angestoßen werden, die den Aufbau von Informations- und Beratungsangeboten vorantreiben soll. Am 18.10.2017 fand im Rahmen des Pilotprojekts „DeMigranz“ ein erstes, ganztägiges Austauschtreffen im Martha-Maria-Stift in Stuttgart statt.
Der erste Teil des Treffens beschäftigte sich mit den bisher schon existierenden Aktivitäten, Erfahrungen und Projekte in Baden-Württemberg sowie die Bedarfe, Ansätze und Potentiale eines Netzwerkaufbaus und Netzwerkausbaus. Dazu stellten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre für die jeweilige Region konzipierten Projekte und Ideen vor. Auf Einladung des Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg und des Demenz Support Stuttgart nahm Herr Matthias Brugger vom Diakonischen Institut für Soziale Berufe, welcher bereits mit der Thematik vertraut ist und darin Erfahrungen gesammelt hatte, an diesem ersten Treffen teil. Dabei stellte er die richtungsweisenden Aktivitäten des vom Diakonischen Institut für Soziale Berufe mitgegründeten „Arbeitskreises Interkulturelle Pflege Friedrichshafen“ vor. Dessen Arbeit erstreckt sich u.a. über die Bereiche „Demenz“, „Migration“ und „Pflege“ und umfasste die Entwicklung der deutsch-türkisch- bzw. deutsch-arabisch-sprachigen Broschüre „Pflege und Religion - Schwerpunkt Islam“. Weiter berichtete er über die zu den oben genannten Themen durchgeführten Schulungen sowie über die Beratung und Mithilfe beim Aufbau eines interkulturellen Arbeitskreises in der Stadt Singen. Auch die Werbung, Förderung und Integration von Altenpflegeschülerinnen und -schülern mit Migrationshintergrund wurde dabei thematisiert.
Gemeinsam konnten im zweiten Teil während des sehr anregenden Austausches erste Lücken und Hindernisse ausfindig gemacht, aber auch mögliche Zugangswege, Handlungsmöglichkeiten und potentielle Vorgehensweisen identifiziert werden.

PS: Durchgeführt wird das Pilotprojekt „DeMigranz“ vom Demenz Support Stuttgart gGmbH in Kooperation mit Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop. Begleitet wird „DeMigranz“ vom Kuratorium Deutsche Altershilfe, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, der Deutscher Alzheimer Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände sowie der Hochschule Niederrhein.

Nähere Informationen:

Doris Heldmaier, Matthias Brugger
Diakonisches Institut für Soziale Berufe
Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe,
Karlstr. 9, 88045 Friedrichshafen
E-Mail: aps-friedrichshafen@diakonisches-institut.de
www.diakonisches-institut.de

2017.10.18 Demigranz Projektvorstellung © Demenz Support Stuttgart

2017.10.18 Demigranz FN Projektvorstellung © Demenz Support Stuttgart