Kloster Lorch. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie alt werden wollen? Nein, dafür sind Sie noch zu jung? Oder doch, weil Sie einen Angehörigen bereits pflegen?
Egal, ob Sie sich bereits damit auseinander gesetzt haben oder nicht, PFLEGE geht uns alle an! Und PFLEGE ist nicht nur schlecht und sicher auch nicht nur gut, aber eines ist klar: wir stecken bereits mitten drin im Pflegenotstand, also: auf zur HAPPY END STATION…
Das hatten sich die Auszubildenden der Berufsfachschule für Altenpflege im Kloster Lorch des Diakonischen Instituts für Soziale Berufe gedacht, als sie sich vor einem Jahr sich mit dem Thema gute Pflege, schlechte Pflege – auf zur HAPPY END STATION in ihrer Projektarbeit aufgemacht hatten. Sie wollten auf jeden Fall auf die angespannte Situation in der PFLEGE aufmerksam machen, gehört werden zum Nachdenken anregen.
Die Auszubildenden in Kurs 11 im 3. Ausbildungsjahr hatten sich dazu in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt:
Eine politische Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit Meinungsbildern über PFLEGE. Sie organisierten einen Stand auf dem Marktplatz in Schorndorf und befragten Passanten direkt vor Ort. Zudem holten sie sich bei Auszubildenden in der Altenpflegeausbildung an einer anderen Altenpflegeschule Meinungen rund um das Thema PFLEGE und eigene Erfahrungen und Erlebnisse in der Altenpflegeausbildung ein.
Die schlechte Nachricht: Die Auszubildenden machen alle ähnliche Erfahrungen: sie pflegen und begleiten morgens innerhalb von 3 Stunden zwischen 8-12 pflegebedürftige Menschen. So können sie das, was sie in der Ausbildung lernen, nicht umsetzen.
Die zweite Arbeitsgruppe unterstrich diese Aussagen. Sie führten Befragungen Leitungskräften, Kolleginnen sowie den pflegebedürftigen Menschen selbst in den Pflegeeinrichtungen durch, in denen sie selbst ausgebildet werden und produzierten ein Video.
Die Leitungskräfte sind sich einig: nach Einführung der Pflegeversicherung ging es selten bergauf mit der PFLEGE. Mit Einführung der neuen Begutachtung in Pflegegrade (einer der letzten Pflegereformen) werden bei den pflegebedürftigen Menschen in der Begutachtung zur Pflegebedürftigkeit die Grade der Selbstständigkeit und deren Fähigkeiten festgelegt. Wenn es Verschlechterungen bei Tagesschwankungen oder akuten Krankheiten gibt, werden diese nicht berücksichtigt. Aufgrund dessen ist der Personalschlüssel sehr eng bemessen.
Die befragten Senior*innen fühlten sich dagegen sehr wohl in den Pflegeheimen, in denen sie leben. Sie schätzen die vielfältigen Angebote im Haus und können selbstbestimmt leben. Ist das ein Widerspruch? Also doch: Gute PFLEGE? Das ist auch ein Teil der Wahrheit. Je selbstbestimmter man noch leben kann und wenn man sich bewusst für einen Heimplatz entscheidet, dann leistet ein Pflegeheim gute Dienste. Auch diese Erkenntnis regt zum Nachdenken an, welches Bild wir in der Gesellschaft von Pflegeheimen haben.
Die dritte Gruppe, eine Theater-AG stellte eindrücklich dar, wie sie den Pflegenotstand empfindet und nahm ihre eigene Berufsgruppe dabei selbstkritisch in die Pflicht.
Die Publikum im Kloster Lorch konnte sehen: es gibt viele engagierte, interessierte und tolle Auszubildende und auch Pflegekräfte in der (Alten-)Pflege, die den Pflegealltag praktisch mitgestalten und stetig verbessern wollen.
Um die Auszubildenden gut auf die Anforderungen im Beruf vorzubereiten, ist die Projektarbeit während des 2. Ausbildungsjahres an der Altenpflegeschule Lorch ein wesentlicher Baustein. Die Auszubildenden können sich ein Thema selbst wählen und haben ein Jahr Zeit, sich damit auseinander zu setzen. Sie lernen systematische Planung, verschiedene Präsentationstechniken und insbesondere Teamarbeit. Hier sind Kreativität, Selbstständiges Arbeiten und Durchhaltevermögen gefragt. Eine gute Projektbegleitung ist hier das A und O. Seit diesem Jahr schätzt sich das Diakonische Institut für Soziale Berufe im Kloster Lorch glücklich darüber, wieder eine gute und engagierte Projektleitung mit Elke Schuler (Kinderkrankenschwester, Theaterpädagogin) gefunden zu haben. So darf man schon gespannt sein auf das kommende Projekt im Kloster Lorch.

Auf zur Happy End Station Kurs 11

Kurs 11 Projektabschluss